Der ganz normale Wahnsinn…











{19. November 2009}   Ich glaub‘, mein Schwein pfeift…

Vor einigen Monaten geht es langsam los. Meine Mutter erzählt von den Nachbarssöhnen, die, die Schweinegrippe herausfordernd, nach Spanien in den Urlaub fahren: „Wir holen uns die Schweinegrippe ab“, steht auf ihren selbstgemachten T-Shirts. Geleitet von der Hoffnung, dass der Schweinegrippevirus kein Deutsch versteht vielleicht. Zurück zu Hause kurieren sie jedenfalls erstmal ihre Schweinegrippe aus.
Eine Weile später erfahre ich von Pandemieplänen im Gesundheitswesen. Noch bleibe ich ruhig. Meine Eltern wohnen weit genug weg. Keine Schweinegrippe bei mir in der Nähe.
Vor ein paar Wochen dann, erhalte ich einen Anruf von einer Freundin – das Gesundheitsamt habe ihr nach einem Test beim Hausarzt telefonisch mitgeteilt, dass sie an Schweinegrippe erkrankt sei. Sie erzählt, es ginge ihr gar nicht so schlecht und sie sei am Vortag noch auf einer Party gewesen. Allmählich wird mir komisch… Wie viele Menschen gibt es noch, die gar nicht merken, dass sie diese Grippe haben und sie so unbewusst verteilen? Ich denke über Impfung nach und verfolge entsprechende Berichte in den Medien. Mit Unbehagen stelle ich fest, dass die Sache mit der Impfung ein zweischneidiges Schwert ist. Ungeklärte Krankheitsfälle, die Zeitung berichtet von einem Impftoten (ohne Vorerkrankungen wohlgemerkt). Ja, wie macht man es denn nun richtig? Schützt man sich jetzt besser vor der Grippe oder vor diesem vieldiskutierten Impfstoff? Ich beschließe abzuwarten.

Inzwischen liest man überall davon. Beim Einkauf in der örtlichen Drogerie lese ich die Werbung eines bekannten Herstellers für antibakterielles Hygienespray – „Vernichtet auch den H1N1-Virus“. Interessant. Ich gehe kopfschüttelnd daran vorbei, während ich mich frage, was ich nach Meinung des Herstellers wohl damit einsprühen soll. Die eigene Wohnung? Wenn der Virus dort ist, dann weil ich ihn eingeschleppt habe – was soll ich dann noch mit dem Spray? Oder soll ich es vielleicht mitnehmen zur Arbeit, in die S-Bahn und zu meinen Freunden? „Entschuldigung, aber hier könnte ja ein Schweinegrippevirus sein. – *pssss-pss*“? Das Ganze kommt mir vor wie unglaublicher Irrsinn. Und dennoch: Ich merke, wie ich jeden skeptisch anschaue, der in meiner Nähe hustet oder niest und wie ich mich frage, wieso der nicht zu Hause bleiben kann mit seiner Seuche.

So langsam beginne ich, mir wirklich Gedanken zu machen, schließlich steigen die Zahlen der Infizierten und schließlich wohne ich in Berlin, so viele Menschen – so ein Seuchenherd… und ich fange wieder an, im Netz nach einer Antwort zu suchen. Ich finde bestätigt, was sich inzwischen rumgesprochen hat: Eigentlich weiß man nicht so genau, ob eigentlich die Schweinegrippe gefährlicher ist oder der bei uns verfügbare Impfstoff (Quelle) und frage mich: Ist die Idee, statt einer Impfung mit ungewissem Ausgang, das Tragen eines Mundschutzes zu empfehlen, eigentlich sehr abwegig oder nur zu simpel?

Egal, mir reicht’s. Erstmal nachsehen, wie viele es überhaupt betrifft… Auf der Suche stoße ich auf den Blog von Tobias, der in einem älteren Beitrag schreibt: „Sie wohnen in Berlin und fahren täglich mit der S Bahn zur Arbeit und essen in der Betriebskantine, willkommen im Virenland!!!“ Na danke… jetzt fühl‘ ich mich besser.

Ich suche nach Zahlen und werde fündig:
Berlin hat etwas mehr als 3,4 Mio Einwohner und täglich werden mehr als 2,4 Millionen Personen durch die Berliner Verkehrsbetriebe befördert. Bis Mitte Oktober waren 670 Menschen in Berlin an der Schweinegrippe erkrankt. (Moment, mehr nicht? Das klingt doch gar nicht so schlimm im Vergleich zur Einwohnerzahl?) Bei einer Zahl von gut 40 Neuerkrankungen pro Woche sind wir inzwischen vielleicht bei knapp 850 Erkrankten. Selbst wenn wir von einer großzügigen Dunkelziffer ausgehen und der Einfachheit halber mit 1000 Fällen rechnen, dann sind das nur 0,029% der Einwohner von Berlin und theoretisch 0,042% der Bus- und Bahnfahrer – vorausgesetzt die Erkrankten gehören tatsächlich zu den Nutzern öffentlicher Verkehrsmittel und liegen nicht im Bett – schließlich haben sie ja eine Grippe. Und überhaupt – sind aus diesen Zahlen eigentlich die bereits wieder gesundeten Fälle rausgerechnet oder ist es Dank fortlaufender Addition gar kein Wunder, dass die Zahlen steigen?

Na fein. Ich lehne mich zurück und lasse Ruhe einkehren… Die Gefahr, in Berlin aufgrund von (Schweinegrippe-)Paranoia einen Kreislaufzusammenbruch zu erleiden, scheint höher, als an der Schweingrippe zu erkranken – und bei ca. 500000 Straftaten sowie über 100000 Verkehrsunfällen mit Personenschaden, denen man beispielsweise in dieser Stadt jährlich zum Opfer fallen kann, hat sich das Gesamtrisiko durch die Schweinegrippe doch nur unwesentlich erhöht. Bleibt doch eigentlich alles beim Alten…

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Was ich heute morgen im Radio hörte:

Pandemie = ursprünglich: Eine weltweite Krankheit.

Dann wurde die Definition so geändert, daß man als Pandemie schon bezeichnen darf: Eine weltweit DROHENDE Krankheit.

Das Gremium, welches diese herabstufung beschloß, besteht zu zwei Dritteln aus Personen, die der Pharmaindustrie nahe stehen, die just diesen Impfstoff vertreiben…

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt… ^^

Ich werde mich NICHT impfen lassen.



Thomas says:

Hehe, sehr nett geschrieben.
Ich habe mich auch nicht impfen lassen 😉



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