Der ganz normale Wahnsinn…











{20. Juni 2010}   Paketinformation

„… leider haben wir Sie am 17.6. um 10:40 Uhr nicht angetroffen.“ – So eine Nachricht ist den meisten vermutlich bekannt und normalerweise ist man froh, wenn man dann feststellt, dass das Paket bei einem Nachbarn abgegeben wurde und man nicht extra nochmal los muss, um es irgendwo abzuholen. Normalerweise sehe ich das ähnlich; an diesem Tag nicht und da es nicht das erste Mal war, dass es mir so erging, beschloss ich, mal beim DPD nachzufragen. Ich begann zunächst mit dem üblichen „Sehr geehrte Damen und Herren…“, besann mich dann (rückblickend auf meine gescheiterte freundliche Tchibo-Anfrage) eines besseren, dachte noch so: Ach, die arme Sau, die das jetzt lesen muss kann auch nichts dafür – und beschrieb über das benutzerfreundliche Kontaktformular auf der DPD-Internetseite die Situation so:


Betrifft: Paket Nr. XXXX XXXXXXXXXX

17.6. – Folgende Situation:

9:00 Uhr: Ich überprüfe meine Mails und stelle fest, dass mein Paket durch die Ausrollung ist. Ich beschließe zu Hause zu bleiben, um es nicht zu verpassen. Ich sitze 3m von der (sehr lauten und funktionstüchtigen) Klingel entfernt und arbeite am PC.

10:34 Uhr: Der DPD-Zusteller stellt mein Paket bei meinem Nachbarn im 1. Stock zu. Leider bekomme ich nichts davon mit.

~15:00 Uhr: Meine Mitbewohnerin kommt nach Hause (4. Stock) und teilt mir mit, dass im Treppenhaus (unten an der Wand) eine Paketinformation für mich hängt, die mich über den Verbleib des Paketes beim Nachbarn informiert.

20:00 Uhr: Auch nach drei Versuchen war der Nachbar nicht anzutreffen. Ich habe immernoch kein Paket.

Bitte teilen Sie mir doch mit, wenn es bei Ihnen üblich ist, dass die Zusteller nicht zunächst beim Empfänger klingeln, damit ich beim nächsten Mal weiß, dass ich besser im Treppenhaus warten sollte. Andernfalls wäre ich Ihnen dankbar, entsprechende Zusteller darüber zu informieren, dass es leichter ist die Empfänger anzutreffen, wenn man den Klingelknopf neben deren Namen drückt, um sie über ihr Eintreffen zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
XXXXXX

Pünktlich am nächsten Tag hatte ich eine sehr ausführliche Antwort in der Mailbox, in der nachdrücklich versichert wurde, dass es sich um ein Fehlverhalten bzw. einen Leistungsmangel auf Fahrerseite handele, der nicht dem Standard des Unternehmens entspreche (insgesamt sechs Mal). Man bestätigte mir die Berechtigung der Kritik und versicherte das Verhalten zu missbilligen. Drei Mal wurden mir Konsequenzen zugesichert und an gleich zwei Stellen entschuldigte man sich bei mir.

Jetzt hatte ich fast ein schlechtes Gewissen (dem jungen Mann gegenüber der das schreiben musste; nicht dem gegenüber, der am Tag zuvor seine Arbeit nicht anständig gemacht hatte…) Letztendlich hatte man den Fahrer angewiesen das Paket am Folgetag wieder vom Alternativempfänger abzuholen und mir direkt auszuliefern. Geklingelt hat auch an diesem Tag niemand bei mir, aber inzwischen hatte ich das Paket auch selbst von der freundlichen Nachbarin bekommen, die dazu auch nur sagte: „Na, das war ihm wohl zu weit in den 4. Stock.“ – Tja, dafür kann ich nun auch nichts. Ich war schließlich auch nicht zu Hause geblieben, um den Weg den er sich gespart hatte vier Mal zu gehen und das Paket erst am Folgetag zu erhalten – und nach ein paar Gesprächen mit anderen „Betroffenen“ (offenbar konnte jeder den ich ansprach etwas Ähnliches berichten; über Zusteller verschiedener Unternehmen!) war ich sicher: Ja, es musste mal gesagt werden – es bringt nichts, wenn man sich immer nur aufregt. Auch von mir erwartet man, dass ich meine Arbeit ordentlich mache. – Ich bin gespannt, wie das beim nächsten Paket funktioniert… Hoffen wir einfach mal, dass der Fahrer nicht zu den: „Wie? Sie können nicht lesen?“-Betroffenen gehört, wenngleich das natürlich einiges erklären könnte. Wenn ich so drüber nachdenke – die Anzahl der Buchstaben im Nachnamen der Nachbarin entspricht zumindest der in meinem Namen. Verflixt, hoffentlich hat er am Ende nicht einfach schlecht geraten! Ob ich ihn mal fragen sollte…?

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BeowulfOF says:

Ohje, da musste Fedi ganz viele Treppen laufen, was der Figur aber bestimmt nicht geschadet hat 😉

Ich kann die Sachlage allerdings nur bedingt nachvollziehen, scheinbar hab ich mehr Glück mit den Zustellern, obwohl ich überzeugter Dachgeschossbewohner bin.

Jedenfalls schön, dass du dein Paket noch erhalten hast.

MFG BeowulfOF



Thomas says:

Hihi, aber das kennt wohl jeder. Aber schön, dass du da mal eine solche Mail geschrieben hast, auch wenn es (wie ich denke) nicht viel bringen wird. Dazu müssten schon einige hundert solcher Mails bei denen eingehen, damit wirklich mal etwas passiert.

Auch den Satz mit dem Benutzen der Klingel finde ich nett…man weiß ja nie, welche Leute bei der Paketzustellung arbeiten…obwohl…er hat die Klingel ja benutzt…nur leider die falsche… 😉



Fedora says:

Charmant Beo, ein Statement aus der Kategorie „Wie sage ich ihr durch die Blume, dass sie ganz schön fett ist?“ 😛 Ich schieb’s mal auf die Uhrzeit. 😉

Darf ich mal fragen, in welcher Etage sich bei euch so das Dachgeschoss befindet? *g*

@Thomas
Deshalb ja der Hinweis, den Klingelknopf zu drücken, der sich neben dem Empfängernamen befindet. – Und was das „viel bringen“ angeht, zumindest laut Mail wurde der Fahrer wohl auf sein „Fehlverhalten“ hingewiesen und es war eine recht lange Mail und klang nicht nach Standardtext. Ich bin also guter Dinge was das angeht. 😉



Thomas says:

Na dann hoffe ich mal für dich, dass es nun besser wird…zumindest für deine Nach-Bewohner hast du etwas gutes getan…lange wirst du ja davon nichts mehr haben 😉



Chalkor says:

@Beo:
In der Tat, ich glaube der Fahrer hat sich das versprochene Trink(oder besser Trainingsent-)geld redlich verdient. Vielleicht sollte ich auch mal wieder ein Päckchen gen Berlin verschicken. *fg*



Fedora says:

*nach links und rechts guck*
Ich habe den unbestimmten Eindruck, hier läuft ein ganz fieses Fedibashing!

Micha – ich hoffe dir ist klar, dass WIR uns am Wochenende sehen – während Beo da hinten in seinem entfernten Winkel einen gewissen Racheschutzpuffer hat. 😛
Aber Päckchen nehm ich immer gern…



Chalkor says:

Ist mir klar. So klar, wie dir ist, dass ich mit deiner Rache umgehn kann 😉
Und das Päckchen kriegste, du lässt bestimmt wieder irgendwas liegen. 😀



Fedora says:

Liegenlassen? Ich? Schon klar. 😉
Sprach der mit der Jeans, dem Massageöl, den Akkus, der Taschenlampe und den Brillenputztüchern in meinem Schrank (ich hab bestimmt was vergessen aufzuzählen…) 😉



Thomas says:

Wie hier werden Pakete verschickt? Ich muss meine liegengelassenen Sachen immer selbst abholen 😦 *g*

*schmollend in die Ecke geh* :p



Fedora says:

Gar nicht wahr, Thomas! Ich hab dir dein Glücksschwein hinterhergeschickt – mit Schoki! (Das ist ja wohl mal eine nennenswerte Serviceleistung!) – Und Micha darf seinen Krempel auch allein wieder einsammeln kommen, für Pakete gibt es Gewichtsbeschränkungen. 😉



Thomas says:

Und das letzte Mal liebe Fe Do Ra?! *g*

Aber ok…dein Service beim Glücksschwein übertrifft natürlich stark den der Post 😉

Trotzdem wolltest mich noch nicht mal beim letzten Mal sehen…da war dir ein Essen zu Omas unmöglichen Zeiten wichtiger, lol 😉



Fedora says:

Jetzt werd mal nicht komisch, lieber Tho Mas. 😛
Immerhin hattest du das Vergnügen meine liebreizende Assiste… Mitbewohnerin anzutreffen. Dafür würden andere extra was bei mir liegenlassen. 😉



Thomas says:

lol ok, da haste recht, deine Mitbewohnerin ist wirklich ne Liebe 😉



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