Der ganz normale Wahnsinn…











{10. Februar 2012}   Freundschaft

Immer wieder einmal kommt es vor, dass ich feststelle, dass Menschen „Freundschaft“ unterschiedlich definieren.
(Nein, es geht hier nicht um virtuelle „Freunde“listen.)

Für die einen kommt es darauf an, viel miteinander zu unternehmen oder sich oft zu melden.
Für andere (wie auch für mich) kommt es darauf an, einander bedingungslos vertrauen zu können und sich auch nach langer Zeit des Nichtmeldens ebenso feundschaftlich zu begegnen wie zuvor und mit Spannung zu erzählen, was sich in der vergangenen Zeit getan hat.
Wie unschwer zu erkennen ist, stoßen diese Definitionen in einem Punkt unweigerlich aufeinander: in der „Wie-oft-muss-ich-mich-melden?“-Frage. Ungünstigerweise schafft eine Diskrepanz in diesem Punkt Unzufriedenheit auf beiden Seiten; auf der einen wegen fehlender Meldeaktivitäten und auf der anderen wegen zunehmenden Meldedrucks und abnehmender Gesprächsstoffqualität. Aber das eigentlich Schlimme daran ist, dass diese Diskrepanz dazu führen kann, Dinge einseitig zu betrachten, die Realität zu einem Standpunkt hin zu verschieben, verletzende Anschuldigungen zu äußern und auf diese Weise empfindlich am Vertrauen zu kratzen. Es müsste vielleicht nicht dazu kommen, wenn sich jeder einfach so respektieren würde, wie er ist – auch, dass für manche Menschen regelmäßiges „Melden“ in keiner Weise einem Freundschaftsnachweis, sondern viel mehr einer dienstlichen Pflicht gleicht, die mit Freundschaft nichts zu tun hat.

Es ist schön, voneinander zu hören – keine Frage (und manchmal tut man das auch, ganz ohne sich zu melden), es ist auch schön, nach langer Zeit voneinander zu hören und zu merken, dass diese Zeit nichts ändert. Es ist schade, wenn letzteres nicht funktioniert – aber verhindern kann ich es nicht. Menschen sind verschieden und legen auf unterschiedliche Dinge wert, verbiegen kann ich mich nicht dafür, ebensowenig, wie ich es von anderen erwarten kann.

Ich bin kein „Melder“, ich lege keinen Wert auf regelmäßige Berichterstattung; aber ich vergesse niemanden, nur weil wir lange nichts voneinander hören.

Dies ist ein Gruß an Lucie, Steve und Woodstock, Wolfgang und Helga, Kai, Beo, Anna, Angie, Thomas, Silvio und Martha, Oszedo, Sebastian, Louis … und an einige andere, die ich vielleicht nur flüchtig(er) kennengelernt habe und trotzdem im Herzen trage, weil sie mich an irgendeiner Stelle meines Weges begleitet, bereichert oder mir einfach nur zugehört haben. Keine Zeit der Welt kann euch aus meinen Gedanken verbannen. Bestimmt hören wir voneinander – früher oder später.

Dies ist auch ein letzter Gruß an jemanden, der Freundschaft anders definierte…



{28. September 2010}   Zeit für Veränderung

Ein Grundsatz den ich fasste als ich vor einigen Jahren in die Haupstadt zog lautete: Hier werde ich nicht alt…

… das war nun schon vor einer ganzen Weile…

… das Studium abgeschlossen, der Zeitpunkt günstig…

… es ist also Zeit…

… Zeit für einen neuen Abschnitt…

… Zeit für die Rückkehr zur Kleinstadt!

Ende August sitze ich auf gepackten Kisten:

gepackte Kisten

Einige Stunden später ist der Umzugswagen voll – an dieser Stelle noch einmal einen riesengroßen Dank an meine vielen Helfer! – Dann geht es endlich richtig los! Raus aus der City, rein ins grüne Herz Deutschlands. Ich freue mich schon lange auf diesen Moment – am Ende bin ich aber doch ein bisschen wehmütig – nicht wegen Berlin, aber wegen der vielen liebgewonnenen Menschen, die ich jetzt zurücklassen muss. Dennoch… ich freue mich, als ich endlich das Landesschild passiere:

Sie haben ihr Ziel erreicht - Schild

Thüringen – Sie haben Ihr Ziel erreicht (im Dunkeln während der Fahrt aufgenommen). Ja! Die Wartezeit war schließlich lang genug.

Dann stehe ich vor dem Haus in das ich bald einziehen werde – ja, bald. An diesem Tag noch nicht ganz. Wir haben noch keine Schlüssel für unsere Wohnung im ersten Stock, es wird noch saniert. Stattdessen tragen wir den Großteil der Möbel in den Keller:

Moebel und Kisten im Keller

Was da nicht hineinpasst, wandert vorübergehend in eine leere Wohnung im vierten Obergeschoss. Schlafen müssen wir vorerst im Studentenwohnheim. Schon klar, der ganz normale Wahnsinn eben.

Jetzt heißt es also erstmal abwarten…

… noch ein paar Tage…

… und dann noch einen…

Nach zehn Tagen ist es endlich soweit – Schlüsselübergabe. Puh… also das ganze Zeug aus dem vierten Stock wieder nach unten. Was im Keller steht muss warten bis Tapeten an den Wänden sind… wir ziehen in eine Baustelle ein, immerhin finde ich eine Ecke, in der ich mir meinen Arbeitsplatz einrichten kann.

Arbeitsplatz zwischen den Kisten

Weitere drei Wochen später nun herrscht immernoch ziemliches Chaos. Tapeten fehlen nur noch in Flur und Bad, aber eingerichtet sind wir noch nicht. Die Sachen aus dem, übrigens fremden Keller, haben wir umgelagert, teils in die Wohnung, teils in unseren nun zugewiesenen eigenen Keller, weil noch kein Platz dafür ist. Bürokratie und Arbeitszeiten lassen alles sehr schleppend vorangehen. In den nächsten Tagen muss ich nochmal zurück, um eine ausstehende Bescheinigung von der Uni abzuholen. Bei zwei der drei dafür notwendigen Personen habe ich schon einen Termin bekommen… aber das ist ein anderer Wahnsinn, von dem ich vielleicht ein anderes Mal berichten werde…

Vorerst möchte ich diesen Bericht noch mit etwas Positivem abschließen…

gruene Aussicht auf die Berge

… mit der herrlichen Aussicht, die ich nun in meiner neuen Wohngegend genießen kann.



{17. November 2009}   Ich blogge nicht.

Bloggen – schon dieses frontberaubte Wortgebilde! Nein, ich blogge bestimmt nicht, nienienie…



et cetera